Sonntag, 8. Juli 2012

3 Mädels in Hannover, ein Flip-Flop und 39 Jahre




Was haben denn diese Sachen gemeinsam? Richtig, meinen Aussendungsgottesdienst am 1. Juli in Hildesheim. Gemütlich sind wir (Katja, Bekka und ich) am Samstag früh in Haiger losgefahren, sodass genug Zeit zum shoppen in Hannover blieb. Die Beiden waren noch nie in Hannover und da musste ich ihnen doch die Geburtsstadt meiner Eltern präsentieren ;)









 Voll beladen sind wir mit der S-Bahn nach Laatzen zu unserer Unterkunft gefahren und wurden dort mit sehr leckeren Essen empfangen.
DANKE MATTHIAS!!!


Am Sonntag fand mein Entsendungsgottesdienst in meiner Gemeinde in Hildesheim statt. Ich habe mich über so viele Leute gefreut, die wegen mir gekommen sind. Und es war wirklich schön. Den Gottedienst haben Mitarbeiter von Diguna mitgestaltet. Mein alter Hauskreis und die SMD waren auch vertreten. Ich habe einen Flip-Flop bekommen. Den anderen Schuh erhielt meine Gemeinde, damit ich immer weiß, wenn´s in Afrika stressiger wird, dass man auf 2 Schuhen besser gehen kann; und dieser andere Schuh ist meine Gemeinde, die im Gebet hinter mir steht.
Liedbeitrag der SMD´ler
Der Mitarbeiter von Diguna erzählte in seiner Predigt von einem ehemaligen Maxi, der für 39 Jahre bei Diguna hängen geblieben ist. Ich bin ja auch als Maxi für 2 Jahre angestellt und kann beliebig verlängern. Promt wurde mir zugesagt, dass ich auch für 39 Jahre bleibe, sofern es Gottes Wille ist. Aber da habe ich andere Pläne. Meine Eltern würden mich auch gerne nach kürzerer Zeit wiedersehen... 
Am Sonntag nachmittag und Montag traf ich mich mit vielen Bekannten und hatte eine super gesegnete Zeit in good old Hildesheim. Danke für die Gespräche, das Essen, die Spaziergänge und die Geschenke. Es ist schön, euch zu kennen und zu wissen, dass ihr an mich denkt!

Zurück in Haiger hat mich die Schulungswoche der Midis und IJFD´ler erwartet. 32 Leute waren zu Gast da. Dadurch wurde mancher Arbeitstag etwas länger, aber auch intensiver mit Gesprächen gefüllt. Jetzt kenne ich auch die 3 Kurzzeitler, die auf meine Station kommen.

Mehr von der Schulungswoche schreibe ich im nächsten post.

Kwa heri, eure Jenni

Donnerstag, 28. Juni 2012

Just a little bit kiswahili

Einfach aus Langeweile schreibe ich hier einige Wörter, Sätze, die ich im Unterricht gelernt habe. Wer mehr erfahren möchte, schreibt mich bitte an! (Tafadhali niandike!)

 

Habari yako?                 Wie geht es dir? (wörtlich: deine Neuigkeiten?)
Mzuri (sana).                 (sehr) gut.
Unatoka wapi?              Wo kommst du her?
Ninatoka Ujerumani.    Ich komme aus Deutschland.
Unafanya gazi?             Was arbeitest du?
Mimi ni mwalimu/mkulima/...  Ich bin Lehrerin/Landwirt/....

Matunda: Früchte:
ndizi   Banane
nazi     Kokosnuss
zabibu     Weintrauben
tufaha       Apfel
nanasi       Ananas

wanyama:   Tiere

Kuku      Huhn
mbuzi     Ziege
paka        Katze
mbwa      Hund
ng´ombe Kuh
kondoo    Schaf
punda      Esel

Hakuna Mungu kama wewe: Es gibt keinen Gott so wie du!

Montag, 25. Juni 2012

Waldspaziergang mit deutschen Tieren











Schon vor längerer Zeit war ich nachmittags im Wald. Ich suchte eigentlich einen See, doch ich hatte mich verfahren und war an einer anderen Stelle in den Wald gegangen, als ich eigentlich wollte. Aber egal. Ich las am Anfang des Waldes ein Schild, dass die Wildschweine Frischlinge haben und deswegen besonders gefährlich seien. Man solle auf keinen Fall den Weg verlassen. Ich hatte daher während des Spaziergangs die Ohren gespitzt, damit ich sofort die Flucht ergreifen kann, sobald ich das Grunzen höre. Aber von den Wildschweinen habe ich keinen Mucks vernommen, sondern Rehe und einen Fuchs beobachten können.
ein Fuchs im Gebüsch
 Es war für mich so ein Geschenk, dass ich in dieser Vorbereitungszeit auf Afrika noch deutsche einheimische Tiere sehen und fotografieren konnte. Besonders viel Geduld brachte ich beim Fotografieren des Schmetterlings auf. Lange Zeit stand ich bewegungslos im Gras, bis sich dieses kleine Insekt auf ein Blatt in meiner Nähe niedergelassen hatte, sodass ich es gut fotografieren konnte. Leider kann ich nicht sagen, was es für ein Schmetterling ist :)

 Am Ende hatte ich einen kleinen See im Wald gefunden. Das war aber nicht derjenige, zu dem ich wollte. Aber letztendlich war dieser Nachmittag zu etwas Besonderen geworden. 


Alltägliches und Neues!

Nach über 10 Monaten habe ich mich entgültig eingelebt und vieles scheint alltäglich und normal zu sein: der Arbeitsablauf, das Essen, das Team-Leben und das "Abendprogramm". Aber dann gibt es auch wieder Situationen und Ereignisse, die neu und prägend sind. Ich habe mich sehr gefreut, als meine Eltern zu Besuch da waren und ich ihnen mein neues Zuhause zeigen konnte. Es gab sehr vieles zu bereden. <><

Seit Anfang des Monats bin ich in der laundry am Arbeiten. Ich kümmere mich um die Wäsche für den Haushalt, des Teams (ca. 8 Leute) und gelegentlich der 7 Kenianer. Dort gefällt es mir wesentlich besser als in der Küche, wo es manchmal etwas hektischer zuging und man die Uhr im Blick haben musste, damit das Essen pünktlich auf dem Tisch steht. Jetzt kann ich in meinem Tempo arbeiten und mit den Gedanken umherschweifen.
Die Kiswaheli-Kenntnisse gehen sehr gut voran. Mind. 2x die Woche lerne ich mit Max. Wenn die Kenianer da sind, versuche ich mich auch, mit ihnen in kiswaheli zu sprechen. Oh lala, das führte schon zu manchen Lachanfällen, wenn ich mich stark verprochen habe. Aber aus Fehlern lernt man...

Am Wochenende waren wir Maxis in einem Natur-Erlebnisbad die einzigen Gäste. Es hat geregnet, aber trotzdem haben wir Volleyball gespielt und waren schwimmen :) Wenn die Sonne zwischendurch hervorkam, war es besonders schön. Mit uns ist Beth aus Kenia gekommen. Im Gottesdienst am Sonntag habe ich die Predigt für Beth ins Englische übersetzt. Es war sehr lustig (vllt. für die umliegenden Gäste etwas nervig), dass die Predigt in Englisch und zur anderen Seite in Französisch übersetzt wurde. Eine Freundin von Priscille aus Frankreich war ebenfalls im Gottesdienst und somit konnte Priscille auch 100% der Predigt verstehen.

Die Planungen für meinen Entsendungsgottesdienst liefen in den letzten Tagen auf Hochtouren. Der Gottesdienst ist am 1. Juli. In der kommenden Woche müssen wir die Lieder noch einlernen :) Gebetskarten habe ich auch erstellt (mit der Hilfe von Peter, einem Diguna-Mitarbeiter). Ich werde die Karten zum Gottesdienst mitbringen. Wer leider nicht kommen kann, dennoch eine Karte haben möchte, der kann mich anschreiben. So kann ich dir eine Karte anderwertig zuschicken!
Mein Flug für den 3. August ist gebucht. Jaja, ich bin so happy, dass ich nicht alleine, sondern mit Max fliegen kann. Sonst wäre ich bereits in Frankfurt überfordert und würde nicht zeitig den richtigen Flieger bekommen.

Für´s erste ist das der neuste Überblick.

Kwa heri, eure Jenni (noch) aus Haiger!

Donnerstag, 14. Juni 2012

Der ganz normale "Wahnsinn"

Hinter mir liegt ein langes, anstrengendes Wochenende. Es fand von Freitag auf Samstag ein Infoseminar statt, zu dem Interessenten aus ganz Deutschland (die Mehrheit waren Schwaben) gekommen sind und Infos über Diguna und deren Einsatzmöglichkeiten informiert haben. Vor gut einem Jahr habe ich auch an einem Infoseminar teilgenommen; und was ist bei raus gekommen? -ein 2+-Jahresvertrag!
Klasse 3 mit Karin und Rüdiger
Ich habe bereits vor längerer Zeit an einer Schulveranstaltung teilgenommen. Dafür sind die Schülerinnen und Schüler einer dritten Klasse in die Zentrale gekommen und haben innerhalb von 4 Schulstunden Informationen über Kenya, das Leben der Einwohner, das Leben als Missionare und auf einer Station erhalten. Zwischendurch sangen wir Lieder in kiswahili oder spielten Spiele.Das Programm ging von einem Missionarsehepaar (Karin und Rüdiger) aus, die imHeimaturlaub in Deutschland sind und deren Tochter in eben diese 3. Klasse geht. Das ist die Familie, die mich auf ihrer Station haben wollte und zu denen ich nun auch gehe. Mir hat die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß gemacht.- So viel Spaß, das ich sogar in der Sonntagsschule von Karin und Rüdigers Gemeinde ein ähnliches Programm vor 2 Wochen mitgstaltet habe.
Belohnungseis nach erfolgreichem Lernen
Das Leben in der Station verläuft ansonsten auf normalen Bahnen. Ich bin oft in der Küche. Seit Anfang des Monats darf ich mich um die Wäsche kümmern. Das ist ein Erlebnis, wenn die Wäsche von 6 Maschinen nach einem Tag trocken sein muss (bei Regen im Wäscheraum), weil dann die nächste Ladung Wäsche kommt. Das heißt Glaube und Bete. Und es hat funktioniert! Abends sitze ich hin und wieder mit meinem Kenya-Kollege Max zusammen und lerne kiswahili. Max ist der einzige, der auch nach Kenya fliegt. Die anderen Maxis fliegen in den Tschad.

So, das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit für einen ausführlicheren Bericht.
                                                              Bleibt gesegnet, eure Jenni

Sonntag, 20. Mai 2012

Kurze Woche und langes Urlaubswochenende

Die letzte Woche war durch das verlängerte Himmelfahrtswochenende sehr kurz. Freitag habe ich wegen des Missionstages frei bekommen. Daher konnte ich mit Sack und Pack nach Darmstadt zu Christina in den "Urlaub" fahren. Und das war wirklich ein Urlaub. Ich hab schon ewig nicht an einem Stück gegammelt. Wir waren viel spazieren (Wald, Stadt), mit dem Radl unterwegs, auf dem Balkon in der Sonne gelegen und geredet. Die Sonne war so perfekt, dass ich etwas braun an den Armen und Gesicht geworden bin :)
Auf Seiten der Missionsleitung gab es nun auch eine Entscheidung. Ich werde auf die Station Ngechek, Nahe Eldoret, Kenia geschickt. Auf der Station ist ein Waisenheim für HIV-kranke Kinder (http://www.diguna.de/ngecheck.html). Ich werde die deutschen Kinder unterrichten (es gibt 5 schulpflichtige Kinder und eine Lernhelferin, mit der ich zusammenarbeite). Wenn sich die Gelegenheit ergibt, möchte ich mit auf Schul- oder Gefängniseinsatz gehen. - Aber das ergibt sich noch früh genug, wenn ich erstmal da bin.
Das ich auf diese Station komme, ist eine Gebetserhöhrung, weil sich eine Familie aus Ngechek im Herbst eine Lehrerin gewünscht hat und dann kam meine Bewerbung ins Haus. Diese Familie ist bis Mitte Juli im Heimaturlaub und ich konnte die Kinder bereits kennen lernen. Bei den Eltern kann ich mir, wenns in die Endphase der Vorbereitungszeit geht, Tipps einholen, was ich unbedingt einpacken muss und was ich in Deutschland lassen soll :)


Leider hatte ich meine Kamera in Haiger liegen lassen. Daher habe ich keine Fotos aus Darmstadt.
Die beiden Fotos sind abends aufgenommen worden und zeigen einige Mitarbeiter. Wir haben uns noch nach dem Abendessen getroffen, um gemeinsam in die Stadt zu gehen und dort Eis zu kaufen.
So schee is das Leben in Haiger !!!

Donnerstag, 10. Mai 2012

George Verwer

Das Missionsfest

Am Sonntag fand endlich das langersehnte Missionsfest statt. Samstag abend startete das Missionsfest mit einem Jugendgottesdienst, an dem ca. 300 Jugendliche teilgenommen haben. George Verwer, der Leiter von OM (Operation Mobilisation), schaffte es mit einer spritzigen Predigt, dass am Ende des Gottesdienstes 40% der Jugendlichen aufgestanden sind, um sich im Gebet senden zu lassen (zumindest vor Gott "Here I am! Send me!"). Was ich aus der Predigt mitgenommen habe, war, dass ich jederzeit dankbar sein soll. Georger Verwer prägte den Satz "Thank God, that elephants can´t fly", weil ihm einmal eine Taube auf den Anzug geschissen hat. Tja, die einen schimpfen auf die Taube und die anderen danken Gott. Wer von diesen Beiden willst du also sein?

Mitarbeiter der Heimatzentrale
 Ich war am Samstag die Pensionsmutter, die den 40 Schlafgästen ihre Unterkunft gezeigt hat. Besonders gefreut habe ich mich über den Besuch meiner Namensschwester Jenny am Samstag und meiner Eltern am Sonntag. Sonntag war der Gottesdienst mit ca. 700 Gästen sehr gut besucht. George Verwer predigte am Vormittag und am Nachmittag. Es wurden die Missionare auf Heimaturlaub und deren nächsten Projekte sowie die Maxis vorgstellt. Vor der versammelten Gemeinde wurden alle Missionare, die im Juli/August ausreisen, entsendet; auch wir Maxis waren mit dabei. Das hat mir gezeigt, dass ich auch ein wirklicher Teil von DigunA bin. Nach dem Nachmittagprogramm gab es ein riesen Kuchenbuffet und dann begann das Abbauen. Schon nach 2,5 Stunden war alles fertig und wir konnten früh ins Bett gehen.

Aber vor dem Missionsfest gab es viel erledigen. Für die Schlafgäste mussten die Zimmer geputzt, Matratzen geschleppt und Großeinkäufe erledigt werden. Ich war die meiste Zeit in der Küche zugange. Für die Gäste, die seit Dienstag step by step eingetrudelt sind, gab es viel zum Kochen (Mittagessen), sodass ich hier mithelfen musste. Samstag vormittag ging die "Post ab". Ich blieb mit 4 Mädels in der Küche zum Salatmachen zurück; der Rest ist in die Gemeinde zum Aufbauen gefahren.

Proben am Maifeiertag
Am Maifeiertag hat das A-Team mit drei Maxis die Lieder für den Gottesdienst eingeübt. Gar nicht so einfach, wenn die Deutschen alles vorher eingeplant haben wollen und die Kenianer spontan handeln :) Aber das Ergebnis übertraf alle Erwartungen.

Am 30.04 war ich noch mit dem A-Team in einer Gesamtschule in Haiger. Für jeweils eine Stunde haben die Kenianer den Schülern was über das Land, die Regierung, ihren Glauben erzählt und Lieder gesungen. Eine Woche zuvor war ich auf einem Tageseinsatz in einem Gymnasium. Dort habe ich hier und da übersetzen müssen und die Powerpoint-Präsentation bedient. In allem war es spannend zu sehen, wie die Kenianer mit den Schülern interagieren und ihnen das Evangelium nahe bringen; nicht durch die hochgehobende Bibel, sondern durch persönliches Zeugnis. Ich werde in Afrika auch an Schuleinssätzen mitmachen wollen. Dafür ist das hier das perfekte Training für mich.
 An den Wochenenden bin ich wie immer viel unterwegs: Eisessen in Herborn, bei Gottesdiensten mit dem A-Team unterwegs, Eisessen in Haiger, im Garten sitzen oder im Wald spazierengehen.
In meiner freien Zeit muss ich auch Suaheli lernen. Eigentlich ist die Sprache einfach zu lernen, weil sie logisch aufgebaut ist und über weniger Ausnahmen als deutsch oder französisch verfügt. Aber dennoch ist es eine Herausforderung. Zwei Stunden in der Woche haben wir Unterricht. Je nach dem zeitlichen Apsket werde ich mich mit Max (einem der Männer in unserem Team) zusammen setzen und lernen. Die anderen Maxis müssen sich mit französisch rumschlagen ;)

In diesem Sinne, kwa heri, bis zum nächsten Mal!!!